Online-Gambling Umsätze könnten stagnieren

Thursday, January 21st, 2016 um 10:02 pm
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Der Ausblick für ein weiteres Wachstum der Gambling-Industrie in 2016 könnte theoretisch eher ein wenig jämmerlich ausfallen. Dies jedoch nur, wenn man die Umsätze der letzten Jahre zum Vergleich heranzieht.

Jeder Wirtschaftszweig hat alle paar Jahre einmal den Punkt erreicht, wo kein Wachstum oder kein größeres Wachstum mehr möglich scheint. Es liegt in der Natur des Marktes, der durch Nachfrage diktiert wird, dass jegliches Wirtschaftswachstum zu einem Punkt der Stagnation kommen muss. Denn sind einmal die Märkte gesättigt, dann muss sich die Industrie in der Regel etwas einfallen lassen, um die Umsätze wieder anzukurbeln.

Beim Online-Gambling, einer der Industrien, wo ein ständig wachsender Kundenstamm und gleichfalls ein ständig nachwachsender Interessenentenstamm vorhanden ist, schien diese Rechnung bisher nicht aufzugehen.

Und dies ist auch immer noch der Fall. Es sind jedoch andere Faktoren, welche zu Umsatzeinbußen führen können. Dies ist z.B. der Fall, wenn Märkte bis zu dem Grad reguliert und Restriktionen auferlegt werden, wo es sich für den Anbieter einfach nicht mehr lohnt. So haben wir in den letzten Jahren so einige Unternehmen gesehen, welche sich aufgrund der strengen Regulierung aus dem deutschen Markt einfach zurückgezogen haben. Sie warten auf bessere Zeiten und bieten derweil auf den Märkten, wo sie sich willkommener fühlen.

Faktoren für eine mögliche Stagnation

Gerade die vergangenen 3 Jahre haben für größere Veränderungen gesorgt. Verschiedene Regierungen haben sich hinsichtlich der Regulierung und, viel entscheidender noch, der Besteuerung von Online-Gambling umbesonnen, und der Industrie teilweise ziemlich gewaltige Steine in den Weg gelegt. Dies fing an mit der Besteuerung von Sportwetten, Casinogewinnen und, letztlich, ging es auch an die Pokerindustrie.

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In Deutschland war es von jeher ein schwieriges Unterfangen, eine Lizenz für ein Online-Casino zu erlangen und auch die Sportwettenanbieter taten sich schwer. Deutschland war der große Spielverderber – bis das Land Schleswig-Holstein beschloss, dem Unfug ein Ende zu setzen. Plötzlich waren Lizenzen wieder verfügbar. Die strenge Regulierung jedoch macht es mit ihren Auflagen nicht einfach für die Anbieter. Ebenso ist die Zahl der Lizenzen begrenzt und die Lizenzen gelten nur für einen bestimmten Zeitraum. Welcher Anbieter will den Aufwand schon jedes Jahr aufs Neue betreiben, oder auch alle 2 Jahre. Also kommen auch in Schleswig-Holstein nur die wirklich hartgesottenen durch. Zum Glück gibt es davon noch eine Menge, denn wo bleibt der normale Spielbegeisterte, wenn jegliches Online-Glücksspiel für illegal erklärt wird?

Die Industrie stieg in den letzten Jahren rasant an

Es waren grandiose Zahlen, welche die Gambling-Branche in den vergangenen 10 Jahren aufweisen konnte. Die Industrie hatte ein jährliches Wachstum von 3 %, mit Umsätzen um die 80 Milliarden Euro und stetig steigend. Es ist klar, dass Steuerbehörden ihren Teil davon abhaben wollen. Doch warum den Markteinstieg für die Unternehmen erschweren und nicht andersherum, den Einstieg erleichtern und die Steuereinnahmen mitnehmen?

Malta und Gibraltar boomen nach wie vor

Doch, der Unkenrufe zum Trotz, bleibt die Online-Casino-Branche in den bisher bevorzugten Lokationen stark. Malta, Gibraltar und ähnlich beliebte Regionen für Casino-Anbieter können keine Umsatzminderungen vermerken. Eher das Gegenteil ist der Fall. Viele der dort bereits seit Jahren ansässigen Anbieter erweitern und vergrößern, mehr und mehr Geschäftsbereiche werden in diese Länder verlagert. Und die Anbieter erleichtern sich die Steuer- und Gehälterlast, indem sie gleichzeitig verschiedene Bereiche auch noch in die osteuropäischen Gebiete und andere günstigere Länder verlagern.

Das bevorzugte Online-Casino wird sich durchsetzen

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Wie so viele Dinge, die wir heutzutage lieber Online erledigen, hat sich auch das Gambling durchgesetzt. Der Online-Anbieter hat einfach den enormen Vorteil, dass er immer, überall und zu jeder Zeit verfügbar ist. Gleichzeitig sind die Personalkosten nicht so aufwändig denn, wie oben erwähnt, kann man bestimmte Geschäftsbereiche ja auch in weniger kostenstarke Länder auslagern. Wen interessiert es schon, ob eine Gewinnauszahlung nun irgendwo in Deutschland verarbeitet wird, oder in Osteuropa oder in der Karibik. Das Erlebnis bleibt das gleiche.

Was den Spieler interessiert ist, dass das Geld überhaupt kommt, und möglichst schnell. Auch sind die Anreize durch Bonuszahlungen nur im Online-Casino möglich, denn ebenjener Aufwand, den der landbasierte Casinobetreiber durch Personalkosten hat, kann im Online-Geschäft eingespart und daher in Form von Bonus an den Kunden weitergegeben werden.